Im Mittelalter…

… begann ein finsteres Kapitel in der Geschichte der Katzenhaltung. Papst Innozenz VII. erließ 1484 ein Dekret, in dem er forderte, alle Katzenhalter als Hexen/Hexer zu verbrennen. Seiner Überzeugung nach nahm der Teufel die Gestalt einer Katze an, um so von seinen Anhängern angebetet zu werden. Nicht selten wurden zu dieser Zeit die vermeintlichen Hexen oder Ketzer gemeinsam mit ihren Katzen auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Zu Zeiten der großen Pestepedemien in Europa herrschte der allgemeine Glaube, Katzen würden diese Erkrankung übertragen. Dass sie im Gegenteil die eigentlichen Überträger – nämlich die Ratten – bekämpften, wurde schlichtweg übersehen.

Erst im 17. Jahrhunder erfolgte ein Wandel dieser Anschauung. Katzen wurden vermehrt zur Mäuse- und Rattenbekämpfung eingesetzt, insbesondere auch auf Schiffen. Prominente Katzenhalter machten von sich Reden: so lebte am Hof des französischen Königs Ludwig XIV ein großer, weißer Angorakater und insbesondere sein Nachfolger Ludwig XV soll die Gesellschaft der schnurrenden Vierbeiner geschätzt haben.

Im alten Griechenland…

… übernahmen zunächst Iltisse und Mader die Aufgaben der Katzen als Mäuse- und Rattenfänger, bis der gute Ruf der Katzen als fleißige Jäger und anmutiges Haustier die Griechen erreichte.

Zu der damaligen Zeit gab es diese Tiere jedoch lediglich in Ägypten und die Ägypter waren nicht bereit, den Griechen ihre heiligen Tiere zu überlassen. Kurzerhand schritten clevere griechische Handlungsreisende ca. 900 v. Chr. zur Tat und versteckten heimlich einige Katzenpaare auf ihren Schiffen. So wurden bald die ersten Katzenjungen in Europa gebohren und der Siegeszug der Samtpfoten auf dem europäischen Kontinent begann.

Katzengöttin Bastet, Quelle Pixabay

Im alten Ägypten….

…. gab es nicht nur die Katzengöttin Bastet – eine Frauengestalt mit Katzenkopf – sondern Katzen wurden im Allgemeinen verehrt.

So war es unter Strafe verboten, eine schlafende Katze zu wecken. Dem Unglücklichen, der mit seinem Streitwagen eine Katze überfuhr, drohte die Todesstrafe. Und aus brennenden Häusern und Hütten mussten stets die Katzen als erstes gerettet werden.

Archäologen entdeckten südlich von Kairo im Jahr 2018 einbalsamierte Katzen, vergoldete Holzkatzen und eine bronzene Katzengöttin, deren Alter auf ca. 5000 Jahre geschätzt wird.

Ihre toten Katzen bestatteten die Ägypter wie Würdenträger, teilweise sogar in den Pyramiden:

„Die toten Katzen werden nach der Stadt Bubastis gebracht, einbalsamiert und in heiligen Grabkammern beigesetzt.“

Herodot: Historien. Buch II, Kap. 67

Starb im Haushalt eines Ägypters die Katze, so rasierten sich alle Hausbewohner zum Zeichen der Trauer die Augenbrauen ab.